Diversity Voices Wien
- DC Wien
- vor 4 Tagen
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Pflege endet nicht an der Spitalstür.

Im Gespräch mit Anton Mayrhauser geschäftsführender Gesellschafter der Sunmed Medizintechnische Produkte GmbH. Wenn Herr Mayrhauser über Versorgung spricht, merkt man schnell: Für ihn geht es nicht nur um Produkte, Hilfsmittel oder medizinische Abläufe. Es geht um Menschen – und darum, ob sie nach einem Krankenhausaufenthalt auch zu Hause gut, sicher und würdevoll weiterleben können.
Sein beruflicher Weg begann in der Pflege: Nach der Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger im AKH Wien arbeitete er auf der Herzüberwachungsstation, später in der ambulanten Rehabilitation der Pensionsversicherung der Angestellten und anschließend in der Klinik Favoriten auf der Neurologie als Stationsleitung. Danach führte ihn sein Weg in den Außendienst im Bereich Medizintechnik – und schließlich in die Selbständigkeit mit der Gründung von Sunmed.
Für unsere Reihe Diversity Voices Wien – Menschen, die Brücken bauen haben wir mit ihm über Pflege, individuelle Versorgung, Diversität, Verantwortung und den Blick über den Tellerrand gesprochen.
Was hat Sie beruflich geprägt?
Geprägt hat mich in erster Linie meine Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger.
Während meiner Tätigkeit ist es oft vorgekommen, dass Patientinnen und Patienten im Krankenhaus mühevoll rehabilitiert wurden – und danach zu Hause keine adäquate Versorgung bekommen haben.
Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt. Sie zeigt, wie wichtig es ist, dass Versorgung nicht an der Spitalstür endet. Menschen brauchen auch danach passende Unterstützung, gute Beratung und Lösungen, die wirklich in ihren Alltag passen.
Wofür stehen Sie persönlich?
Für Gerechtigkeit und individuelle Lösungsansätze – sowohl in der Therapie als auch in der Hilfsmittelversorgung. Jeder Mensch hat andere Voraussetzungen, andere Bedürfnisse und eine andere Lebensrealität. Deshalb braucht es keine Standardantworten, sondern Lösungen, die zum jeweiligen Menschen passen.
Was bedeutet Diversität für Sie ganz konkret?
Diversität bedeutet für mich, dass jeder Mensch ein Individuum ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat. Auf diese Bedürfnisse soll nicht nur eingegangen werden – aus meiner Sicht muss darauf eingegangen werden.
Gerade in Pflege, Therapie und Hilfsmittelversorgung ist das entscheidend. Es reicht nicht, nur eine Diagnose oder einen Versorgungsbedarf zu sehen. Man muss den Menschen dahinter sehen.
Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf?
Wir leben in einer herausfordernden und schnelllebigen Zeit. Umso wichtiger ist es, dass Gesellschaft, Wirtschaft und soziales Miteinander nicht gegeneinander ausgespielt werden. Arbeit muss wieder einen stärkeren Stellenwert haben und attraktiv bleiben. Gleichzeitig braucht es Zusammenhalt und das Bewusstsein, dass jede und jeder einen Beitrag leisten kann. Gerade in Gesundheitsversorgung und Pflege zeigt sich sehr deutlich, dass gute Lösungen nur gemeinsam entstehen können.
Welche Verantwortung tragen Unternehmen für ein respektvolles und inklusives Miteinander?
Für mich beginnt Verantwortung bei fachgerechter Information – sei es über Dienstleistungen oder Produkte. Es geht darum, ehrlich zu beraten und keine falschen Versprechen zu machen. Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich ist Vertrauen entscheidend. Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass sie kompetent, realistisch und respektvoll informiert werden.
Welche Schwerpunkte von Sunmed passen besonders gut zu diesem Thema?
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die individuelle Beratung direkt bei Kundinnen und Kunden vor Ort – ohne zusätzliche Kosten.
Außerdem bieten wir Gratislieferungen von Verbandstoffen innerhalb Wiens an. Das klingt vielleicht zunächst nach einer praktischen Serviceleistung. Für viele Menschen ist es aber eine große Erleichterung im Alltag – besonders dann, wenn Mobilität eingeschränkt ist oder Versorgung rasch und unkompliziert funktionieren muss.
Warum ist Vernetzung zwischen Unternehmen, sozialen Organisationen und der Zivilgesellschaft wichtig?
Der rasche Meinungsaustausch untereinander macht vieles leichter und nachvollziehbarer. Wenn unterschiedliche Stellen miteinander sprechen, können Lösungen oft schneller, praktischer und menschlicher gefunden werden. Gleichzeitig braucht Vernetzung auch Verantwortung, Vertrauen und klare Grenzen, damit sie wirklich zum Wohl der Menschen eingesetzt wird.
Was braucht es, damit Zusammenarbeit im Diversity-Bereich Wirkung entfalten kann?
Es braucht den berühmten Blick über den Tellerrand hinaus.
Nur wer bereit ist, sich selbst zu öffnen und zu hinterfragen, ist wirklich geeignet für aktive Zusammenarbeit im Diversity-Bereich. Es geht darum, nicht nur die eigene Perspektive zu sehen, sondern auch andere Lebensrealitäten ernst zu nehmen.
Was motiviert Sie, dranzubleiben?
Ich bin ein grundsätzlicher Optimist. Ich bin der Meinung, dass jede und jeder die Welt ein bisschen besser machen kann. Oder ganz einfach gesagt: Just do it.
Was gibt Ihnen Hoffnung?
Die Entwicklung meiner Enkelkinder. Sie sind 13 und 15 Jahre alt – und wenn ich sehe, wie sie sich entwickeln, gibt mir das Hoffnung.
Was wir als Diversity Care Wien daraus mitnehmen:
Das Gespräch mit Anton Mayrhauser zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung zwischen Pflegepraxis, Hilfsmittelversorgung und menschlicher Haltung ist.
Für Diversity Care Wien ist dieser Blick besonders wertvoll. Denn auch wir erleben in unserer täglichen Arbeit, dass gute Pflege nicht nur aus medizinischem Wissen, Organisation oder Produkten besteht. Gute Pflege entsteht dort, wo Menschen in ihrer konkreten Lebensrealität gesehen werden.
Viele Menschen, die wir begleiten, leben mit komplexen gesundheitlichen und sozialen Herausforderungen. Manche haben Diskriminierung erlebt, manche Scham, manche Unsicherheit im Umgang mit Institutionen oder Versorgungssystemen. Gerade deshalb braucht es Partnerinnen und Partner, die verstehen, dass Versorgung immer auch mit Vertrauen, Würde und Beziehung zu tun hat.
Pflege endet nicht an Zuständigkeiten. Es braucht Übergänge, Zusammenarbeit und Menschen, die bereit sind, genauer hinzusehen.
Individuelle Beratung, ehrliche Information und praktische Unterstützung im Alltag können für Menschen einen großen Unterschied machen. Besonders dann, wenn sie nicht nur als Patientin, Patient oder Kundin gesehen werden, sondern als Mensch mit Geschichte, Bedürfnissen und Würde.
Über Sunmed
Die Sunmed Medizintechnische Produkte GmbH mit Sitz in Wien bietet medizintechnische Produkte, Beratung und Versorgungslösungen für Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen Bedürfnissen. Im Mittelpunkt stehen individuelle Beratung, fachgerechte Information und praxisnahe Unterstützung im Alltag.
Diversity Care Wien bedankt sich herzlich bei Anton Mayrhauser für die offenen Einblicke und die wertvolle Perspektive aus Pflege, Versorgung und Medizintechnik.
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